Wigo
- Die Liebe stirbt zuletzt!
von
Marleen van Barneveld
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10
Mit der Ankunft in einer
scheinbar menschenleeren Stadt beginnt für Wigo und
Luna wohl das merkwürdigste Abenteuer. Fast zu spät
bemerken sie, daß eine Rückkehr sich sehr schwierig
gestalten wird..
In einer
fremden Stadt
Wigo hörte
als erster das metallische Klicken. Es kam von irgendwo
her. Er hob seine Hand hoch zur Kuppel und diese öffnete
sich. Er stieg aus und schaute sich um: "Wau", sagte er
staunend, "welch eine schöne Stadt!"
Die anderen waren
auch ausgestiegen und bewunderten die Umgebung. Als letzter
stieg Rosa aus der Kuppel. Er blickte zum Himmel empor und
sagte: "Las Vegas!"
"Las Vegas,
Professor?", wiederholte Krister. "Was soll das heißen?",
rätselte er irritiert.
Der Professor
gab ihm keine Antwort und ging still weiter. Krister war
stehen geblieben und schaute nachdenklich zum Himmel empor.
Dann ging er schnell weiter und holte die anderen ein und
rief Rosa zu: "Warum gerade Las Vegas, Professor?"
"Warst du
nie in Las Vegas, Krister?"
"Nein, Professor",
rief dieser aus.
"Das ist aber
schade, Krister. Denn sonst wüstest du wovon ich spreche."
Er blieb stehen und rief dem Professor hinterher: "Warum
dieses Rätselraten, Professor?"
Luna war an Kristers
Seite getreten und sagte lächelnd: "Krister, der Professor
meint, daß ihm diese Stadt hier an das Pseudo-Venedig
in Las Vegas erinnert."
"Ach so",
erwiderte er und lächelte sie dabei zärtlich an.
Dann drehte er sich zu ihr um und sagte: "Endlich sind wir
wieder mal allein, Luna." Er legte seine beiden Hände
um ihre Taille und zog sie an sich. "Unter anderen Umständen
würde ich dich jetzt küssen, Luna. Weißt
du eigentlich, daß ich mich schwer in dich verliebt
habe?"
Sie lächelte
zurück und sagte, indem sie sich sanft aus seiner Umklammerung
befreite: "Aber Krister, du verwechselst Liebe mit Schwärmerei."
"Nein, nein,
bestimmt nicht Luna. Meinst du nicht, daß ich schon
alt genug geworden bin um entscheiden zu können, ob
ich dich liebe oder nur für dich schwärme? Meinst
du nicht, ob ich das unterscheiden könnte?", wiederholte
er nochmals seinen letzten Satz und streichelte ihr zärtlich
über die Wange. "Oder ist es Wigo, der dein Herz schon
erobert hat?"
Sie schwieg und
er fragte zweifelnd: "Es ist also Wigo?"
"Ja und nein.
Es ist nicht so einfach zu erklären, Krister, es hat
alles einen tieferen Sinn. komm’, laß uns gehen. Schau,
die anderen haben sich schon so weit von uns entfernt",
sagte sie schnell und wollte ihn mit ihrer Hand mit sich
ziehen. Doch er hielt sie fest und antwortete etwas trotzig:
"Bitte Luna, so begreife doch, daß ich es jetzt wissen
muß!"
"Krister,
sei doch vernünftig und mach’ mir jetzt keine Szene."
Er ließ
ihre Hand los und blieb einfach stehen während sie
weiter ging. Dann drehte sie sich zu ihm um und verharrte
in ihrem Schritt und ging wieder zu ihm zurück.
"Johann Wolfgang
von Goethe widmete ein Gedicht der Charlotte von Stein",
begann sie zu sprechen und griff zu seinen Händen,
die sie zärtlich in den ihren hielt. Dann sprach sie
weiter:
"Sag’
was will das Schicksal uns bereiten?
Sag’
wie band es uns so rein genau?
Ach,
du warst in abgelebten Zeiten,
Meine
Schwester oder meine Frau.
Kanntest
jeden Zug in meinem Wesen.
Spähtest,
wie die reinste Nerve klingt,
konntest
mich mit einem Blicke lesen.
Den
so schwer ein sterblich Aug’ durch dringt.
Und von
allem dem schwebt ein Erinnern,
nur
noch um das ungewisse Herz,
fühlt
die alte Wahrheit ewig gleich im Innern.
Und der
neue Zustand wird ihm Schmerz."
Ganz langsam löste
Krister sich aus Luna’s Händen und strich ihr sanft
über das Haar als er ihr antwortete:
"Waren
unsere Wesen schon verflochten?
War
es darum, das die Herzen pochten?
Waren
wir im Strahl’ erloschener Sonnen,
in
den Tagen lang verrauschter Wonnen,
schon
in eins verronnen?"
Noch immer
schaute er sie sanft an und blickte ihr mit inniger Liebe
in die Augen, als er weiter sprach: "Ja,
wir waren’s. Innig mir verbunden warst du in Äonen,
die verschwunden."
Und er führte
bei diesen Worten ihre Hand an seine Lippen und küsste
sie innig, und er sprach leise weiter und schaute ihr dabei
tief in die Augen: "Meine Muse
sah es auf der trüben Tafel der Vergangenheit geschrieben:
Eins mit deinem Leben."
Krister schaute
ihr immer noch in die Augen und schwieg dabei. Dann lösten
sich zwei Tränen aus Lunas Augen und rollten ihr die
Wangen hinunter. Ein verhaltenes Räuspern ließ
Krister seinen Kopf nach rechts wenden.
"Entschuldige
Krister, daß ich störe, aber wir müssen
zusammen bleiben", sagte der Professor und drehte sich um
und ging langsam davon.
Krister hatte
sich wieder Luna zugewandt und flüsterte: "Kleine Prinzessin,
im hohen Norden wartet ein Prinz auf dich, der dich heimführen
will. Du brauchst ihn nur zu rufen und er wird da sein."
Er nahm sein Taschentuch
und wischte ihr die Tränen fort. Dann lächelte
er Luna an, nahm ihre Hand und zog sie mit sich fort.
Fürst
Arras von
Eridanus
"Sagt mal",
fragte der Professor die anderen, "habt ihr schon mal eine
so menschenleere Stadt gesehen?"
"Du vergißt",
erwiderte ihm Wigo, "daß es schon dunkel hier draußen
ist. Da sitzen die bestimmt alle am Tisch und essen oder
sehen fern."
Kaum hatte er
den Satz ausgesprochen, hörten sie Sirenen heulen.
Aus allen Hauseingängen strömten plötzlich
Menschen heraus und versammelten sich auf dem Marktplatz.
"Ich denke
mal, wir schließen uns ihnen an", meinte der Professor,
"dann werden wir am schnellsten gewahr, wo wir uns hier
eigentlich befinden."
Und so tauchten
sie in der Menschenmasse unter.
"Seht mal,
dahinten blinkt ein Stern auf und ab."
"Das sind
bestimmt Positionslichter von einem Linienflugzeug", erklärte
Wigo.
"Ja, glaube
ich auch", erwiderte Luna. "Da hinten ist nochmals eines."
"Hier scheint
ein ganzes Nest zu sein", kicherte der Professor.
"Und was meint
ihr, was das da ist?", rief Wigo aus, und zeigte mit seinem
Finger nach links.
Luna und Rosa
schauten wie gebannt dorthin, wo Wigo hinzeigte. Ein Licht,
das immer größer wurde, kam auf sie zu.
"Das ist bestimmt
ein Helikopter mit Suchscheinwerfer", sagte der Professor.
"Na so was, jetzt haben sie das Licht ausgeknipst. Wo der
wohl abgeblieben ist?"
Dann hörten
sie ein sirrendes Geräusch über sich. Sie hoben
ihren Kopf wie auf Kommando hoch und goldenes Licht strahlte
über ihre Gesichter. Sie lächelten dem Licht entgegen
und schon wurden sie emporgehoben.
"Einfacher
geht’s nun wirklich nicht mehr", wunderte sich der Professor.
"Also, dann
setzen wir uns einfach mal hin."
Als jeder auf
seinen Platz saß umhüllte eine hellgrüne
Lichtsäule sie und eine Frauenstimme sagte leise: "Willkommen
an Bord unseres Raumgleiters, Fürst Arras!"
Der Professor
schaute von einem zum anderen und fragte: "Fürst Arras?
Wer sollte das von uns sein?"
Krister und Luna
zuckten mit ihren Schultern und schüttelten ihre Köpfe.
"Ich weiß es auch nicht", fügte Luna verlegen
an.
"Was ist denn
mit Wigo? Der schläft ja?", sagte der Professor zu
Luna und im selben Moment nahm er seine Hand und stupste
Wigo an.
Langsam hob Wigo
seinen Kopf und schaute zu Rosa.
"Mein Gott,
was ist mit deinen Augen passiert Wigo?", rief der Professor
entsetzt aus.
"Was ist denn
mit Wigos Augen", fragte Luna und beugte sich neugierig
zu ihm hin. Sie starrte ihn nur an und sagte kein Wort.
"Der Nordpol!
Seht mal", rief Krister aus, "das ist der Nordpol da unten."
Krister und Luna
schauten beide durch die Raumwand und sahen, wie die Scheibe
durch die Eisdecke fegte, geradeso als würde man flache
Steine über das Wasser werfen.
Schatten
der Unterwelt
Luna, Krister
und der Professor saßen in einen großen Raum
und schauten in eine wunderschöne Parkanlage.
"Ich hoffe
doch nicht, daß die, die da draußen jetzt rumlaufen,
uns sehen können?"
"Nun, das
denke ich nicht, Rosa", sagte Luna lächelnd.
Plötzlich
stand eine junge hübsche schwarzhaarige Frau im Raum.
"Huch", stieß
der Professor erschrocken aus, "wo kommt diese Dame denn
so plötzlich her, Luna?"
Sie kam auf die
drei zu und zeigte ihnen einen kleinen durchsichtigen Kasten.
"Legen Sie ihren rechten Zeigefinger auf die Glasplatte."
Luna tat so, wie
ihr gesagt wurde und Rosa und Krister taten dasselbe nach
ihr.
"Wenn Sie
dann ihren Finger auf rote Lichtpunkte innerhalb unserer
Station legen, dann werden sie schon sehen, welche Räume
sie betreten dürfen und welche nicht", erklärte
sie und ging an die gegenüberliegende Wand, legte ihren
Finger auf einen roten Knopf und sogleich gingen an den
Wänden Bildschirme auf.
"Gnädigste",
begann der Professor ein Gespräch mit der hübschen
Schwarzhaarigen, "ich vermisse unseren Freund Wigo. Erweisen
Sie uns doch bitte die Ehre und erzählen Sie uns, wo
er sich derzeit aufhält?"
Bei diesen Worten
strahlte er sie mit dem schönsten Lächeln an.
Sie erwiderte
lediglich sein Lächeln, machte auf dem Absatz kehrt
und verschwand durch die Wand.
"Sehr gesprächig
ist die Dame nun gerade nicht", sagte der Professor zu Luna.
Sie nahm ihn beim Arm und meinte: "Wir werden es bestimmt
noch erfahren, also sehen wir uns doch die Stadt und ihre
Leute an.
Vereinzelt sah
man Frauen, Männer und Kinder, die emsig in Hochhäuser
mit spitzen Dächern gingen und andere die herauskamen.
"Irgendwie
sieht das hier alles unwirklich aus", meinte Rosa nachdenklich.
"Alles ist irgendwie so stocksteif, nicht wirklich!"
Dann hörten
sie wieder den heulenden Sirenenton und auf der einen Bildwand
erläuterte jemand, daß es nun Zeit wäre,
in den Regenbogensaal zu kommen.
"Am besten
ist", sagte Rosa, "wir gehen einfach nach draußen
und schließen uns den Leuten an."
"Das wir durch
die Wand gehen können, das finde ich äußerst
praktisch", sagte er und dann gingen sie schon mit der Menge
mit.
Kleine Schwebebahnen
kamen heran und diese wurden von Reisenden besetzt und so
ging es weiter wie am laufenden Band, bis jeder weggefahren
war.
Gehalten wurde
an einem breiten goldenen Tor. Die Menschen strömten
hindurch und es gab keine Drängeleien.
Sie betraten eine
sehr große Halle. Die Decke der Halle sah wie eine
Kuppel aus und war ganz golden. Rundum den Wänden waren
Skulpturen von Drachenköpfen. Aus ihren Rachen flossen
unentwegt rote Lichtstrahlen. Der Fußboden hatte das
Muster eines Hufeisens und die Öffnung war nach unten
gerichtet. Auf der Rundung des Hufeisens lag ein Regenbogen.
Einige Männer
und Frauen kamen herein und setzten sich auf den Regenbogen
nieder, andere blieben hinter den sitzenden Männern
und Frauen stehen.
"Ich sehe
die häßlichen Grauen", flüsterte der Professor
Luna ins Ohr. "Und die Riesen sind auch mit von der Party.
Oh Gott, was ist das? Luna, kann ich meinen Augen trauen?"
Der Professor
nahm seine Hände und legte sein Gesicht hinein. Langsam
zog er seine Hände übers Gesicht bis seine Augen
wieder frei waren. Neben sich hörte er Luna sagen:
"Es ist keine Fata Morgana, Rosa. Du siehst tatsächlich
Wigo!"
"Oh, oh, oh",
stotterte der Professor leise.
Und wieder heulte
die Sirene durchdringend und ihr Ton schwoll auf und ab.
Ein junger Mann mit blonden wehenden Haaren und einer schwarzen
Halskette, an der ein weißer Totenkopf baumelte, trat
hervor und stellte sich in die untere Öffnung. Auf
seinem Kopf trug er eine hochgestellte Kappe, aus der Lichtblitze
kamen. In seiner rechten Hand hielt er einen langen goldenen
Stab auf deren Ende ein Drache saß. Sein Mantel war
tiefrot und schwarze Herzen waren auf ihm abgebildet.
So trat er vor
die Männer und Frauen, die auf dem Regenbogen saßen.
Er sprach mit lauter Stimme in die Menge hinein:
"Einer unserer
Fürsten ist aus dem oberen Reich Erde zu uns zurückgekehrt.
Lange haben wir auf diesen Moment warten müssen." Dann
drehte er sich um und verbeugte sich tief zu dem mittleren
Mann, der auf dem Bogen saß, und sagte:
"Fürst
Arras, Sohn und Herrscher über Eridanus. Meine Augen
sehen Fremde. Sind es Gäste, die nur eine Weile bleiben
um uns zu erfreuen oder sind es Freunde, die bleiben werden?"
Der Angesprochene
erhob sich und sagte: "Orgis, weiser Mann meines Volkes.
Die, die deine Augen sehen, sind aus freier Entscheidung
hier und am Ende von 3 Zisternen werden sie sich entschieden
haben, ob sie in ihre Welt zurückkehren wollen oder
als Freunde bleiben. Bis dahin werden sie mit kleinen Einschränkungen
sich hier unten frei bewegen dürfen."
Orgis indes drehte
sich zur Menge um und wies mit seinem Stab auf Luna, Krister
und Rosa: "Ihr Fremden, erhebt euch von euren Sitzen!"
Luna, Krister
und der Professor erhoben sich.
Die Sirene erschallte
wieder und brachte nur ein Signalton hervor. Die Menge erhob
sich und ging nach draußen.
"Ach, was
seit ihr doch kleingeistig..."
Orgis rief
Luna, Krister und Rosa zu sich und er dirigierte sie mit
seinem Stock in die Mitte neben sich. Dann erhoben sich
die Männer und Frauen auf dem Regenbogen und die dahinterstehenden
ebenso und gingen geschlossen aus der Halle. Nur Fürst
Arras blieb zurück erhob sich und sagte:
"Wo wir
uns hier befinden ist weder Atlantis noch eine technische
Unterwasserstadt. Wir befinden uns einfach unter dem Eis
in einem Raumschiff, das gleichzeitig auch ein Labor ist.
Wir sind
keine dem Untergang geweihte Spezies, wie man von uns so
gern erzählt, sondern wir sind Engel der Finsternis,
ja wir gehören zum Fürsten der Unterwelt, zu Luzifer.
Und ich kann mit Stolz sagen, daß wir die besten Strategen
sind, Menschen so zu beeinflussen, daß sie genau das
denken, was wir ihnen inspirieren, damit sie danach handeln.
Wir beherrschen
jeden Zweig eures Kapitals auf Erden. Im besonderer Weise
die Pharmaindustrie. Sie ist unsere stärkste Waffe
um euch Menschen so funktionieren zu lassen, damit ihr ’einsatzfähig’
bleibt.
Heute
im Zeitalter der Technik haben wir uns die Spielleidenschaft
der Menschen zu Nutzen gemacht. Wir bringen ihnen veranschaulichte
Filme und dirigieren sie auf den rechten Weg uns so zu begreifen,
wie wir es wollen.
Das Geheimnisvolle
zu ergründen ist eure liebste Beschäftigung. Wir
sind so dann und wann nicht abgeneigt, uns an euren kindlichen
Spieltrieb zu beteiligen und schütten Wasser auf eure
Mühlen, die ihr Prophezeiungen nennt.
Große
Brände hat es schon auf dieser Erde gegeben. Man erzählte
euch, daß ein Bürger aus Versehen ein Campfeuer
nicht richtig ausgetreten hatte oder das jemand eine Zigarettenkippe
unachtsam wegwarf.
Das alles
sind Lügen", grinste er überheblich. "Die
Wahrheit ist, daß wir vom All aus mit zwei Laserkanonen
euch die Waldbrände als Strafe gesendet haben, weil
manche eurer Berichterstatter uns so hinstellen, als wenn
wir mit Genehmigung der Regierungen an euch Genmanipulation
vornehmen oder klonen oder sonst noch was tun, das in euren
Hirnen herumschwirrt, und das nur, weil ihr die Grenzen
zwischen Magie und Realität nicht überwindet,
um die Wahrheit zu finden!
Es ist
einfach lächerlich uns so hinzustellen als würden
wir uns x-beliebig in allerlei Insektenformen oder Reptilien
verwandeln. Das lebt nur in eurer eigenen Phantasie weil
ihr Angst vor dem Unbekannten habt."
"Sehr viele
Menschen haben aber Bekanntschaft mit den kleinen Grauen
gemacht. Ich selbst habe sie hier vor meinen Augen gesehen.
Und sehr viele Menschen auf diesem Planeten sind von ihnen
entführt worden. Daran kann man doch nichts beschönigen?!
Sie können doch nicht diese Menschen als Fantasten,
Scharlatane oder Angeber hinstellen?", erwiderte Luna empört.
"Ich
will nicht abstreiten, daß der eine oder andere von
uns sich dann und wann mal einen Spaß gemacht hat,
sich euch so gezeigt zu haben, wie Sie es hier gerade schildern.
Aber der Realität entspricht das keineswegs. Wir verwandeln
uns gerne. Wir sind Meister darin. Wir spielen mit den Atomen.
Das ist alles", antwortete
der Fürst.
"Ja, das haben
wir bereits gesehen, Verehrtester. Dann bleibt nur noch
die Frage offen, wo der eigentliche Wigo wirklich steckt",
sagte der Professor zu dem Fürsten.
"Mh",
und er schüttelte
seinen Kopf und grinste wissend.
"Ach,
was seit ihr doch kleingeistig und meilenweit entfernt um
ein bißchen Higth-Tech zu begreifen. Nur weil ihr
jetzt den Körper eures Freundes seht, mutmaßt
ihr schon wieder falsch. Euer Wigo steckt gerade in der
Erholungsphase. Ihr werdet ihn nachher sehen können",
grinste
er weiter.
"Ach so",
sagte Luna, "hier uns gegenüber sitzt nur seine Körperhülle!"
"Sie
sagen es. Oh ja, ich kenne Ihre Gedanken. Aber dem ist nicht
so", gab
er maliziös von sich.
"Wie lange
gedenken Sie uns hier festzuhalten", entgegnete sie ihm.
"Das
hängt von Ihrer Kooperation mit uns zusammen. Ich unterbreite
Ihnen zwei Vorschläge: Entweder Mitarbeit oder..."
Weiter kam er
nicht, denn Luna fiel ihm erzürnt ins Wort:
"Mein Lieber,
machen Sie sich und uns nichts vor. Sie sind im Begriff
ihre Kompetenzen zu überschreiten und was selbst das
für Sie bedeuten könnte, wird auch ein Typ wie
Sie schon mal festgestellt haben!"
"Sie
sind nicht nur hübsch sondern auch klug, aber leider
nur einseitig begabt. Wollen Sie es nicht ändern?",
erwiderte der
Fürst arrogant.
Luna gab darauf
keine Antwort.
"Herr
Professor Sie schauen recht nachdenklich drein. Lassen Sie
mich mal überlegen was Sie gerade bedrückt."
Bei diesen Worten starrte er ihn förmlich an wie wenn
er seine Gedanken ablesen würde und sprach kurz darauf
weiter:
"Aha,
das ist es also, was Sie interessiert. Ich kann Ihre Ängste
bestätigen, es wird einen 3. Weltkrieg geben!
Auf dem
Balkan wird es anfangen. Wir werden dafür sorgen, daß
eine prominente Persönlichkeit ermordet wird. Zuvor
werden wir euren Haß auf alles das schüren, was
Ihr Ideologie nennt. Auch der Religions-Fanatismus wird
nicht zu kurz kommen. Er ist ein für uns beliebtes
Werkzeug, das in eure Hände gelegt, kleine Freuden
in uns entfachen wird, geradeso als wenn ihr euch an simultane
Computerspielchen ergötzt", lachte er unverhohlen.
"Unbeschreibliche
Kämpfe finden unter den linken und rechten Flügeln
der Naturgeister statt, haha, wovon ihr euch überhaupt
kein Bild machen könnt. Mit unserer Kraft und Macht
werden sie gewaltige Unwetter, Stürme und Hitzewellen
auslösen, da wird das Minipaket HAARP ein Zwerg sein.
Wir werden
die Völker und Länder inspirieren, zwei große
Blöcke zu bilden, ja, ja, das ist für uns nur
gut, um sie besser zu kontrollieren. Und mittendrin die
arabischen Staaten. Wir werden das Feuer in ihrer Brust
zum Aufstand gegen die Westküste schüren, haha!
Ich sehe bereits was ihr denkt, doch ist es ganz anders
als ihr Unwürdigen meint."
"Selten sind
mir Menschen begegnet die soviel Freude am Tod und Elend
anderer haben. Weiß Gott Ihr seit des Teufels!", schrie
der Professor ihn an.
"Armseliges
Etwas!",
rief der andere ihm zu. Doch ist es so, daß Menschen,
die nicht zu uns gehören, den tieferen Sinn ihres Todes
nicht begreifen können und darum überspannt reagieren",
antwortete er mit lachender Stimme.
"Wir
sind unbezwingbar, unsere Macht ist grenzenlos",
triumphierte es förmlich aus ihm heraus!
Er war aufgestanden
und hatte seine Arme ausgebreitet zur Decke gestreckt. Um
seinen Körper schlängelten sich nun blaue und
weiße Lichtblitze. Es sah aus als würde sich
ein Gewitter um ihn herum entladen. Dann verebbten diese
Lichtfluten langsam und er setzte sich lächelnd auf
dem Regenbogen nieder. Dort lehnte er sich zurück und
musterte Luna und Rosa recht aufdringlich. Dann erhob er
sich und sagte zu Orgis:
"Bereite
alles vor, ich habe es mir anders überlegt. Unsere
Gäste werden uns noch heute verlassen. Kommen Sie,
wir werden jetzt Ihren Freund aufsuchen, Luna. Er wird nicht
mehr benötigt, haha, sie können ihn zurück
haben!"
Fortsetzung
folgt ... (Erstaunliche Rückkehr).