UFO-Nachrichten

<img src="nonflash.gif" width=130 height=25 border=0>


Wigo - Die Liebe stirbt zuletzt!
von Marleen van Barneveld

(zurück Folge 1) * * (zurück Folge 2) * * (zurück Folge 3)
(zurück Folge 4) *
* (zurück Folge 5) * * (zurück Folge 6)
(zurück Folge 7) * * (zurück Folge 8) * * (zurück Folge 9)

(zurück Folge 10)
* *  (zurück Folge 11) * * (zurück Folge 12)
(zurück Folge 13)
* * (zurück Folge 14) * * (zurück Folge 15)
(zurück Folge 16) * * (zurück Folge 17) * * (zurück Folge 18)
(zurück Folge 19)
* * (zurück Folge 20) * * (zurück Folge 21) * * (zurück Folge 22)
(zurück Folge 23) * * (zurück Folge 24) * * 
(zurück Folge 25) * * (zurück Folge 26)
(zurück Folge 27) * * (zurück Folge 28) * * (zurück Folge 29) * * (zurück Folge 30)
(zurück Folge 31) * * (zurück Folge 32)

Folge 33

 

In dem unterirdischen Land von Verilla entdecken Wigo und Professor Rosebär ein weiteres unheimliches Gefilde, das noch tiefer in die Erde führt. Aber dort ist nicht alles aus Gold, wie sie zuerst sehen und meinen, denn eine nicht ganz angenehme Überraschung wartet auf sie...

 

Ein geheimnisumwobener, uralter Baum als Wegweiser

„Haha, du hast wohl gedacht, mich alten Knaben für dumm zu verkaufen, und sich schnell allein aus dem Staub zu machen; hihi, aber darauf kannst du noch lange warten, dass so was mir passiert!“ Rosa war aus einer Hausnische herausgetreten und kam händereibend auf Wigo zu, der gerade durch den Torbogen auf die Strasse einbog.

„Ha, Gustav Rosebär ist tatsächlich noch am Leben!" Mehr konnte Wigo nicht über seine Lippen bringen. Zu sehr war er erschrocken von dem plötzlichen Auftauchen seines alten Weggefährten.

„Und wie, mein Lieber! Ich sprühe geradezu voller Leben!“ Gemeinsam gingen sie die Straße hinunter.

Der Sternenhimmel wurde langsam heller. Ein neuer künstlicher Morgen im unterirdischen Verilla begann langsam anzubrechen. Wigo legte einen Schritt zu. Der Professor neben ihm keuchte beim Laufen. „Warum hast du es nur so eilig?“ schnaufte er durch die Lippen.

„Wir müssen vor der Helligkeit dieser Umgebung vor Ort sein. Siehst du dahinten den Baum? Das ist unser Ziel, also leg' einen Zahn zu, die paar Schritte wirst du wohl noch schaffen ohne umzufallen!“

„Du hast gut reden. Du bist ja auch 20 Jahre jünger als ich.“

„Wir sind jetzt da!“ Keuchend und nach Luft japsend hatten sie ihr Ziel erreicht. Der Professor lehnte sich gleich an den Baumstamm und beugte sich vornüber. Er war sichtlich ausgepumpt. Wigo ging um den gewaltigen Baum herum, dessen dicke Wurzeln teilweise über dem Erdboden wuchsen. Dünnere Wurzeln hatten sich wie ein Gitter über den Boden ausgebreitet. Wigo schob die Wurzeln zur Seite. Ein darunter liegender Hohlraum wurde sichtbar. Er stützte sich auf seine beiden Arme und ließ sich in den Hohlraum hinuntergleiten. Als er unten stand, blickte er nach oben und winkte den Professor zu. „Komm..., auf was wartest du, spring runter!“

 

Ein weiteres unterirdisches Areal

Langsam und umständlich wälzte sich Rosa durch das Loch. Beide standen jetzt unten und sahen sich um. „Da geht’s weiter“, meinte Wigo.

„Eigentlich ist es ziemlich hell hier unten, findest du nicht auch, Wigo?“

„Im Moment interessiert mich das herzlich wenig, Rosa.“

„Was interessiert dich dann?“ fragte er Wigo und lief hinter ihm her.

„Ob sich mein Verdacht bestätigt?“ Wigo blieb stehen und drehte sich zu Rosa um. „Vielleicht wäre es doch besser gewesen, ich hätte dich nicht mitgenommen. Vielleicht erlebst du heute Dinge, die du nie wissen wolltest!“

„Mensch Wigo, mach mal halblang. Ich bin doch kein kleines Kind mehr, das sich vor dem bösen Mann fürchtet.“

„Wer weiß? Wer kann das schon von sich selbst behaupten? Dort, die Stufen, gehen wir da mal runter“, entschied er und eilte darauf zu.

„Ach ’Gottchen’, was hast du es nur so eilig, das macht mich richtig fusselig.“ Zielstrebig lief Wigo die Treppenstufen herunter. Rosa hatte Mühe ihm zu folgen und ging darum etwas langsamer die Stufen hinunter. Dabei sah er wundervolle Zeichnungen an den Wänden. Ganze Geschichten wurden dort in Bildern erzählt. Er blieb stehen und schaute sich alles sehr genau an. Welch ein Kulturgut. Unglaublich!

Wigo war dreht sich um: „Mensch Rosa, wo bleibst du?"

„Sieh dir das mal an Wigo!" Rosa war langsam die letzten Stufen im Tunnel runtergegangen und stand nun vor einer Wandmalerei, die sich wie ein Wegweiser durch den Tunnel zog. Rosa's Hand glitt über die Zeichnungen. Die ganze Wand war voll davon. Rosa hatte nur noch Augen für die Wandmalereien und verfolgte sie mit zunehmender Faszination.

„Das ist Gold", murmelte er.

„Was sagtest du?"

„Ich sagte, das musst du sehen, Wigo."

„Immer deine Extratouren, Rosa."

„Nun stell dich doch nicht so an. Sei doch nicht so kleinlich. Guck mal hier. Ganze Reliefs an den Wänden und alles von purem Gold!"

„Wenn der mal was gefunden hat, das nach Hieroglyphen aussieht“, dachte Wigo, „ist der nicht mehr aufzuhalten.“

„Zeig mal her, was du so Wichtiges gefunden hast." Wigo stellte sich an die gegenüberliegende Wand und sah sich die Zeichnungen an. „Und für so was machst du so ein ’Trara’! Damals in Ägypten hatten wir schon bessere Dinge gesehen. Ha, was ist das schon?!“

„Bessere Dinge? Und was sagst du hierzu?"

„Wozu?“

„Na komm' doch her, und sei nicht so stur und arrogant, dann zeig' ich's dir!"

„Warum habe ich dich nur mitgenommen? Kannst du mir das mal erzählen, Rosa?“ Genervt machte Wigo zwei Schritte vorwärts. Er starrte auf die Wandmalereien. „Und was nun...?“

„Komm mal etwas näher ran, zu ’Papi’.“ Wigo überhörte das letzte Wort und kam dichter heran zu Rosa. Rosa grinste. Er glühte sichtlich vor Ungeduld und Freude über seinen Fund.

„Siehst du die Steine hier? Alles echte Steine! Und dieser Knopf hier? Auch pures Gold. Ich werde ihn jetzt herausziehen oder sonst etwas mit ihm machen, zu irgendwas ist der sicher nützlich. Und dann werden wir dem Geheimnis hinter dieser Wand auf die Spur kommen!"

 

„Ich habe ein mulmiges Gefühl!“

„Halt! Lass das!"

„Wieso?"

„Wir sind keine Schatzsucher. Ich weiß nicht, aber ich habe ein mulmiges Gefühl für das, was hinter dieser Wand liegen könnte.“

„Ach was! Du mit deinen mulmigen Gefühlen. Ängstlich warst du ja schon immer. Wenn ich da an den Mosesberg denke, wo du diese ’Angsthasenshow’ abgezogen hast.“

„Nachtragend bist du nicht, oder?"

„Was ist nun? Kriege ich deinen Segen um das goldene Sesamöffne zu benutzen oder nicht?"

„Mach doch was du willst!"

„Nee, so nicht. Du musst es auch schon wollen. Bist du denn kein bisschen neugierig, was dahinter sein könnte?"

„Ich sagte doch schon, dass ich ein seltsames Gefühl habe."

„Also doch Angst?!"

„Nicht unbedingt. Es ist eben meine düstere Ahnung, die ich habe, dass irgendetwas hinter der Wand ist, das auf mich wartet, das ich kenne, und warum soll ich mich jetzt dieser Gefahr aussetzen, das gibt doch keinen Sinn, nur weil du deine Neugierde befriedigen willst muss ich mitmachen? Mann, hör doch auf mich!"

Unschlüssig blieb Rosa an der Wand stehen. „Ach was, jede Situation ist gleich gut, um eine Antworten zu bekommen", sagte er und hob seine Hand hoch um den goldenen Stift aus der Wand zu ziehen.

Ein dumpfes Grollen war die Antwort auf seine Handlung. „Klingt wie ein Erdbeben", meinte er. Ohne weitere Vorwarnung öffnete sich plötzlich unmittelbar vor ihnen die Wand.

Wigo reagierte sofort und stieß Rosa zur Seite, der dadurch gegen die gegenüberliegende Tunnelwand prallte. Für ihn war es allerdings zu spät, um noch auf die Seite zu springen. Er konnte sich gerade noch an die Seite der eingestürzten Mauer festklammern. Als er nach unten sah, erblickte er ein Netz aus Spinnenweben. Ein Schauer lief durch seinen Körper. Der Schweiß brach ihm aus. Ein nie enden wollendes Kribbeln, das jeder als Gänsehaut kennt, lief ihm über seinem ganzen Körper. Ihm befiel ein tiefes Unbehagen.

„Mein Gott, Wigo, was ist in dich gefahren, dass du mich so an die Wand schleuderst? Ich hätte mir alle Knochen brechen können. Und du stehst nur da und krallst dich an den Steinen fest. Merkst du eigentlich noch was? Verdammt noch mal!"

Ächzend erhob sich Rosa und klopfte sich den Staub von der Kleidung. Dann ging er auf Wigo zu. „Was ist denn los? Warum bleibst du hier stehen?"

Zu spät erkannte Rosa, dass sich vor ihnen ein Abgrund aufgetan hatte und unter ihnen sich ein großes Spinnennetz ausgebreitet war. Als der Alte nun abstürzte, riss er Wigo mit sich. Sie prallten voll auf das Netz.

 

„Wir müssen schnell hier raus!“

Ein Beben ging durchs Netz und sie sahen instinktiv nach oben. Dort...! Ein dunkler Schatten huschte mit verblüffender Geschwindigkeit auf sie zu. Rosa kniff die Augen zusammen, und verfolgte den Weg des Schattens. Aber nirgendwo konnte er die Spinne entdecken.

Ein schrilles Sirren, wie der Ruf einer Sirene war alles, was sie warnte. Und dann sahen sie es. Ein gigantisches  Ebenbild wie aus der Höhle am Untersberg, nur mit dem Unterschied, dass dieses Insekt rabenschwarz und auf dem Rücken das Bild vieler Augen hatte. Viele Spinnen, so erinnerte Rosa sich, spinnen auch lebende Beute ein, um die Beute so länger aufzubewahren. Und über ihnen hingen schon viele schwarze, sackähnliche Kokons, ähnlich die aus dem Untersberg. Damals hatte Cisko eingegriffen und Wigo aus seiner misslichen Lage befreit. Heute aber waren sie allein, Cisko oder sonst wer weit weg. Er hasste solche Gedanken.

Rosa schluckte trocken und verbannte das bereits aufkeimende Entsetzen so gut er konnte in eine Imagination von duftenden Blumen und Sonnenschein. Er wartete bis das Netz nicht mehr schwankte. Dann atmete er tief durch und beugte sich zu Wigo. Der lag noch so da wie er gefallen war. Er stieß ihn in die Seite und brüllte ihn an: „Steh' auf, Junge!"

Er zerrte an ihn herum. . . ergriff ihn vorn am Hemd, mit der anderen Hand stützte er seinen Oberkörper hoch. Er war für den Alten einfach zu schwer.

„Verdammter Mist! Beweg dich, du Trantüte, wenn du am Leben bleiben willst“, schrie er ihn an. Dann holte er aus: Links und rechts knallte er dem Jüngeren seine flache Hand ins Gesicht.

„Au! Bist du verrückt?!“

„Komm hoch, Mann. Du hast wohl vergessen, wo wir hier sind? Wir müssen verdammt noch mal raus hier!"

Wigo drehte sich aus den klebrigen Spinnensträngen heraus. „Ich komme ja schon, ich komme ja schon... Aber hör’ du endlich mal auf zu fluchen.“

„Ich fluche nicht. Ich versuche nur meiner Angst Herr zu werden und jeder tut das auf seine Art.“

Keine Minute zu früh war Wigo aufgestanden. Plötzlich begann das Netz erneut zu schwanken. Aus den Augenwinkeln sah Rosa einen Schatten auf sich zurasen und er erfasste, dass er nicht schnell genug sein würde, um dem zu entkommen. Er spähte nach unten. Fast 20 Meter trennten ihn vom sicheren Boden.

„Zu viel“, dachte er noch als er sich fallen ließ und Wigo erneut mit sich runter zog.

„Lieber so sterben als von dem Vieh bei lebendigen Leibe ausgesaugt zu werden“, waren seine letzten Gedanken. Dann schossen ihre Körper wie zwei schwere Steine nach unten...

 

Fortsetzung folgt ...