UFO-Nachrichten

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Wigo - Die Liebe stirbt zuletzt!
von Marleen van Barneveld

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Nach seinem Vortrag offenbarte Wigo dem Professor und Luna, dass er in den letzten Monaten sehr viel erlebt hatte, ja sogar mit den berüchtigten „Men in Black“ hatte er seine Erfahrungen gemacht. Aber dabei sollte es nicht bleiben, denn auch der Professor Rosebär und Luna sollten mit diesen geheimnisvollen Schwarzen Männern zusammentreffen...und das sogar noch schneller, wie sie alle dachten!

 

Die Men in Black – von Angesicht zu Angesicht

Bevor Rosa irgendetwas sagen konnte, legte Wigo seinen Finger auf den Mund und sagte: „Bitte, lass’ uns jetzt leiser sprechen.“

„Du hast die Men in Black fotografiert?“ flüsterte Rosa erschüttert.

Mit hastigen Handgriffen verstaute Rosa die Fotos wieder ins Kuvert und gab es Wigo zurück.

Der winkte ab und sagte: „Ich schenke sie dir, behalt sie nur!“

„Auf keinen Fall, Wigo, nimm die Fotos ruhig wieder zurück, denn die Men in Black sind heißer als wenn ich mit einem Kilo Heroin im Flugzeug von A nach B reisen würde. Mit diesen Herrschaften ist nicht gut Kirschen essen. Die sind skrupellos und schrecken vor nichts zurück!“

„Ach was! Nun stell’ dich doch nicht so zickig an, Rosa“, murmelte Wigo hinter geschlossenen Zähnen.

Als Rosa etwas erwidern wollte, stieß ihn Luna von der Seite an und sagte: „Bevor ihr euch noch in die Haare kriegt, schaut mal lieber aus dem Fenster.“

Draußen am Straßenrand auf der gegenüber liegenden Seite parkte eine schwarze Limousine. Wie viele Leute im Auto saßen, konnte man vom Restaurant aus nicht sehen, denn die Autofenster waren schwarz getönt.

Vor der Limousine standen jedoch zwei Leute. Sie lehnten gemütlich am Auto und sahen wie hypnotisiert zum Restaurant rüber. Sie trugen schwarze Anzüge und dunkle Sonnenbrillen. Was besonders an ihnen auffiel, waren die kalkweißen Gesichter dieser Leute und ihre Kopfbedeckungen, die sie trugen, diese breitrandigen schwarzen Hüte.

„Mir wird ganz mulmig in der Magengegend“, wisperte der Professor.

„Und nun?“

Fragend blickte er Wigo an. Dieser grinste nur breit und fragte, wo sie ihr Auto stehen hätten. „Nicht weit von hier“, beschrieb Luna und wies mit ihrem Finger in die andere Richtung, wo die M.I.B.’s standen.

„Dann wollen wir mal gleich unsere Beine in die Hand nehmen und losspurten. Laufen können die da draußen nämlich gar nicht, denn bevor sie uns einholen, hat das Asthma sie schon ausgelaugt. Und sollte es einen von denen doch noch gelingen, uns am Rockzipfel zu fassen zu kriegen, dann schlagt ihnen die Brillen runter, denn das Sonnenlicht macht sie blind.“

„Du hast also schon einige Erfahrungen mit ihnen gemacht“, stellte Rosa mit Genugtuung fest. „Das kann ich wohl sagen“, erwiderte Wigo und lachte dabei über’s ganze Gesicht. „Ich habe gewusst, eines Tages würden sie wiederkommen!“

„Na, dann“, sagte Rosa, „dann wollen wir mal aufbrechen.“

Sie standen an der Eingangstür des Restaurant’s. „Einen Moment“, meinte Rosa. „Am besten ist, ich zähle bis drei, und dann stürmen wir gemeinsam zum Angriff!“ Die letzten Worte von ihm gingen schon in einem glucksenden Lachen unter.

„Eins, zwei...“, Rosa holte nochmal tief Luft: „...Drei!“ Er riss die Tür auf und sie stürmten hinaus, gleich links die Strasse hoch.

Schon hörten sie laute Tritte über den Asphalt jagen, als Rosebär links aus dem Augenwinkel herauss eine schwarze Gestalt erblickte. Er stolperte, konnte sich noch fangen, aber das nützte ihm wenig. Die schwarze Gestalt hatte ihn eingeholt und stand nun vor ihm. Rosa blieb auch stehen und starrte den anderen wie ein giftiges Reptil an.

Er wusste, dass er nun wohl zuschlagen musste. Und er handelte so schnell , wie er nur handeln konnte. Seine rechte Hand sauste zum Knirps, den er mit der linken krampfhaft festgehalten hatte. Er riß den Arm hoch und ließ den Schirm auf den Kopf des MiB niedersausen.

„Da hast du deinen Teil, und noch einen!“

Der MiB war total verblüfft, er hatte mit dieser Reaktion seines Gegenübers nicht gerechnet. Er starrte den Alten an und fiel wie ein schlecht montiertes Regal in sich zusammen. Rosa beugt sich noch über ihn um zu sehen, ober auch wirklich k.-o. war.

Da sah er aus dem Augenwinkel, wie der nächste MiB auf ihn zukam. Rosa dreht sich um ... zu spät! Eine eiskalte Hand packt ihn an sein Handgelenk und schleuderte ihn auf die Strasse.

Rosa blieb jedoch nicht liegen, er rappelte sich sofort wieder hoch und wirbelte herum. Der MiB stand nur da, er grinst und zog die Oberlippe hoch, die stark geschwollen war. Der MiB grinste in einer Weise, dass es Rosa eiskalt über den Rücken lief.

In dem Moment näherte sich Wigo. Der MiB drehte sich plötzlich um, aber da hatte Wigo schon zugegriffen. Die Sonnenbrille des MiB flog zu Boden und der hielt sich mit beiden Händen die Augen zu und fing an zu schreien. Er taumelte hin und her, machte eine Drehung und fiel dann zu Boden.

„Siehst blass aus, meine Junge“, sagte Wigo wenig später zu Rosa und fing an zu lachen. Der Alte murmelte etwas vor sich hin und meinte dann nur: „Ich geh’ dann mal schon zum Auto zurück.“

Jetzt sah Wigo, wie Luna an der gegenüberliegenden Wand lehnte und ziemlich mitgenommen aussah. „Sie sieht hübsch aus“, dachte er und ging langsam auf sie zu. Er blieb ganz nahe vor ihr stehen.

„Ich denke, wir haben uns eine Menge zu erzählen.“ Er streichelte ihr bei diesen Worten sacht über ihr hellbraunes Haar. Sie fing leise an zu schluchzen. Dieser Überfall der Men in Black war ihr zuviel gewesen. Jetzt, wo der Stress nachließ, rollten ihr die Tränen nur so über die Wangen.

„Wie schön du bist“, flüsterte er ihr zu. Er nahm ihre Hände und hielt sie fest und sah ihr dabei zärtlich und suchend in die Augen. Sein Blick wurde aber nicht mit derselben Zärtlichkeit erwidert, und plötzlich wusste er, dass ihre Zuneigung zu ihm reine Freundschaft war. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Langsam ließ er ihre Hände los und sagte dann: „Komm Luna, wir wollen zum Auto gehen.“ Dankbar lächelte sie ihn an, und folgte ihm die Strasse hoch.

 

Schockierender Angriff

Der Automotor brummte leise vor sich hin. Der Professor begann zu sprechen: „So unerfreulich wie der Gedanke ist, aber wir müssen wohl damit rechnen, noch öfters mit den Man in Black in Kontakt zu kommen. Man erzählt sich, dass sie von der Regierung angeheuerte Filmkomparsen sind.“

„Hollywoodkomparsen?“, wiederholte Wigo. „Direkt eingeflogen aus den USA um Bekanntschaft mit deinem Regenschirm zu machen. Das wäre witzig!“ Und er fing schallend an zu lachen.

„Ha, ha, ha“, machte Rosebär ihn nach. „Bis jetzt sind sie noch in jedem Land aufgetaucht und haben Leute besucht, die UFOs gesehen haben.“

„Immerhin rufen sie vorher an, Rosa.“ Und Wigo war belustigt über diesen Gedanken.

„Du hast gut reden. Nimmst wohl alles auf die leichte Schulter!“

„Nicht alles“, erwiderte Wigo kaum hörbar. Sein Handy piepte. Er schaute aufs Display und sein Gesicht wurde zu einem großen Fragezeichen, als er das Gerät abschaltete.

„Eine gute Nachricht?“

Wigo schaute direkt in Luna’s Augen, die er in ihrem Rückspiegel sah. „Nein, ich glaube nicht“, sagte er nachdenklich.

„Wie lange dauert es noch bis wir in die nächste Ortschaft kommen?“

„Nur ein paar Kilometer noch“, erwiderte sie ihm.

„Kannst du etwas schneller fahren, Luna?“

„Ja doch“, sagte sie und legte den vierten Gang ein. Der Wagen schnurrte wie ein Laufwerk davon. „Warum nimmst du denn jetzt das Gas weg, Luna?“, fragte er sie gleich danach.

„Es will uns jemand überholen, und ich habe noch nicht so ein Tempo drauf, da lass’ ich ihn eben vorbei fahren.“ Wigo drehte sich um und schaute aus dem Rückfenster.

„Wenn du das siehst was ich eben gesehen habe, dann trittst du jetzt besser aufs Gaspedal!“

Erschrocken über seine Worte schaute sie kurz in den Außenspiegel und drückte voll auf die Tube. „Meine Güte, hatte ich denn keine Augen im Kopf, dass ich die nicht erkannt habe“, antwortete sie nervös.

„Mach’ dir keine Vorwürfe. Sie sind Meister im Versteckspielen. Für jede Szene haben sie eigene Masken.“ Luna drückte das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Der Wagen machte einen Satz nach vorn, wie ein brüllender Löwe der seine Beute packt.

Der Professor drehte seinen Kopf nach hinten. Die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben als er die Man in Black im Wagen hinter ihnen erblickte. Im nächsten Moment hörten die drei ein Krachen, Bersten und Knirschen.

„Sind die total verrückt geworden?! Die sind uns hinten drauf gefahren! Trete’ durch, Luna! Trete’ durch!”, schrie der Professor.

Die Limousine hatte sie bei voller Beschleunigung erwischt. Und die Wucht des Aufpralls spürten sie bis in die Magengrube. Der kleine rote Flitzer von Luna war ins Schleudern geraten und wollte zur Seite ausbrechen. Fünf Sekunden lenken und gegenlenken, dann hatte sie den Wagen wieder unter Kontrolle.

Danach setzte die schwarze Limousine zum Überholen an. Auf gleicher Höhe mit Luna’s Auto schoss der Wagen zur Seite und rammte das kleine Fahrzeug mehrere Male. Dann fuhr die Limousine langsamer und ließ dem roten Flitzer einen kleinen Vorsprung, mal gerade soviel, dass der schwarze Wagen in halsbrecherischer Fahrt zurückkam, um den roten Kleinwagen wieder von der Seite aufs Korn zu nehmen.

Der rechte Kotflügel der schwarzen Limousine bohrte sich ins Heck und in die Fahrertür. Es gab ein lang gezogenes knirschendes Klirren. Luna trat aufs Gaspedal, aber der kleine Wagen hatte nicht die nötige Leistung, um von der Blechwalze wegzukommen.

Dampf stieg aus dem Kühler hoch und die Motorhaube vibrierte. Rosebär stand der Schock ins Gesicht geschrieben. „Sie werden uns umbringen“, wisperte der Professor.

„Dieses Mal nicht“, war sich Wigo sicher!

Plötzlich schoss die Limousine davon und fuhr weit voraus, stoppte dann mit rauchenden Reifen und hielt mitten auf der Strasse an. „Fahr’ ruhig an denen vorbei, Luna“, meinte Wigo.

Ihr roter Wagen erreichte kurz darauf die schwarze Limousine. Dort ging ein Seitenfenster runter und ein grinsend, wissendes Gesicht starrte Wigo an.

Dann ging das Fenster wieder hoch und die Limousine schnellte wie aus einem Katapult geschossen davon. Der Wagen wurde immer kleiner, je weiter er sich aus ihrem Blickfeld entfernte. Plötzlich erhellte ein grelles Licht die Schnellstrasse. Instinktief trat Luna auf die Bremse und ließ den Wagen langsamer werden.

Dieses Licht überstrahlte alles. Dicke Stränge sich überkreuzende Laserstrahlen durchfluteten das Licht. Unerwartet wurde es schwächer, bis es wie ausgeknipst erlosch. Die vor ihnen liegende Strasse war nun leer.

 

Fortsetzung folgt